Tod und Teufel

Oper von Gerd Kühr (Musik) und Peter Turrini (Libretto) (1997/99)
(Auftragswerk der Vereinigten Bühnen Graz/Steiermark anläßlich der 100-Jahr-Feier des Opernhauses in Kooperation mit dem Festival steirischer herbst)

Besetzung: Der Teufel (alias Pater Manzetti, ein Busfahrer, ein Wirt, der Waffenhändler Walter Leschitzky, ein älterer Bahnhofspolizist) –Bassbariton, Pfarrer Christian Bley -Charaktertenor, Rudi Hoffmann (ein junger Arbeitsloser) –Bariton, Alfred Schönwiese (ehemaliger Professor für Mathematik) –Bass, Magda Schneider (ehemalige Kassiererin in einem Supermarkt) –Mezzosopran, Peter Paul Sänger (Journalist) –Tenor, Franz André Müller (Besitzer einer Werbeagentur) –Bariton, Erwin Fischer (Bundesminister für Landesverteidigung) –Bassbariton, Evelyne (die magersüchtige Tochter des Waffenhändlers Leschitzky) –Sopran, Ein jüngerer Bahnhofspolizist –Tenor; Kinderchor, Chor, Statisterie

Orchesterbesetzung: 3(2. auch Altfl, 3. auch Picc) -2(2. auch EH) -3(2. auch Es-Klar, 3. auch Basskl) -2(2. auch Kfg) /4-3-2-1 /Harfe /Klavier(Flügel) /Orgel /Streicher (mindestens 4 Kontrabässe, davon 2 Fünf-Saiter) /Bühnenmusik (6. Szene): Diverse Schlag- und Effektinstrumente, gespielt von den Sängerinnen und Sängern des Chors

Schlagzeugbesetzung im Detail: Pauke (kann auch Schlz III übernehmen); Schlagzeug (3 Spieler) I -Lotosflöte, Sistrum, hängende Glasstäbe, Flexaton, Trillerpfeife, große Trommel, Rührtrommel, kleine Trommel, 3 freihängende Becken, Glockenspiel, Vibraphon, 4 Tempelblöcke, Ratsche, Guiro, Brummtopf oder Cuica, 2 Autohupen verschiedener Größe; II -Lotosflöte, Rollschellen, Schellenbündel, Triangel, Flexaton, Trillerpfeife, 3 Tom-Toms verschiedener Größe, Militärtrommel, Röhrenglocken, 3 Tamtams verschiedener Größe, 2 chines. Becken, 4 Holzblöcke, Ratsche, Peitsche, Donnerblech, Guiro, Brummtopf oder Cuica, 2 Autohupen verschiedener Größe, 1 gestimmter Holzblock - as3; III - Holzhammer auf Schlagbrett, Flexaton, 2 Messklingeln, 2 Gongs – F, H)

Anmerkung zu Streichern: Die Streicher benötigen zusätzlich Autohupen, Kindertrompeten, Rufhörner

Verlag: Durand Editions Musicales, Paris

Uraufführung: 17.09.1999 Graz, Opernhaus Graz/steirischer herbst, Jubiläum „100 Jahre Grazer Opernhaus”.
Der Teufel: Stephen Owen, Pfarrer Christian Bley: Manuel von Senden, Rudi Hoffmann: Gerhard Hochschwendner, Alfred Schönwiese: Vladimir Jurlin, Magda Schneider: Ortrun Wenkel, Peter Paul Sänger: Walter Pauritsch, Franz André Müller: Predrag Stojanović, Er- win Fischer: Ludovic Kónya, Evelyne: Susanne Kopeinig, Ein jüngerer Bahnhofspolizist: Já- nos Buhalla; Chor, Extrachor, Singschul ́, Kinderballett und Statisterie der Grazer Oper. In- szenierung: Georg Schmiedleitner, Bühne: Andreas Jander, Kostüme: Maria-Elena Amos, Lichtdesign: Reinhard Traub, Chor und Extrachor der Grazer Oper, Einstudierung: Dan Ratiu, Singschul ́ der Grazer Oper, Einstudierung: Eva Hoffellner. Grazer Philharmonisches Orchester, Dirigent: Ulf Schirmer

Zur Oper: Gerd Kühr hat im Libretto Peter Turrinis einen dominanten Text vorgefunden. Verstummte die Rede in Kroetz’ Stallerhof ständig, so legen Turrinis Protagonisten schamlos und indis- kret plaudernd ihr Innerstes offen: ein Arsenal von fratzenhaften Gestalten, denen nichts peinlich ist. Krass steht das Unvereinbare nebeneinander, und Kührs Musik schafft Räume, in denen zusammenfindet, was einander abstößt. Dabei tastet sie nach Hoffnungsschimmern im düsteren Wortgewölbe, behutsam, aber unbeirrt.
Text zur Verfügung gestellt: Opernhaus Graz GmbH

Auszug aus dem Programmheft: Pfarrer Christian Bley will sich erhängen. Er kann die Sünde nicht finden. Der Teufel in Gestalt Pater Manzettis versteht Pfarrer Bleys Problem nicht und bietet ihm an, sich auf Kosten der Kirche in einer Nervenklinik behandeln zu lassen. Pfarrer Bley nimmt den Kopf aus der Schlinge.
An der Autobushaltestelle treffen Pfarrer Bley und der arbeitslose Rudi Hoffmann auf- einander. Beide wollen in die Hauptstadt. Während Pfarrer Bley die Sünde sucht, versucht Rudi, ins Filmgeschäft einzusteigen.
Pfarrer Bley hat Geld aus der Pfarrkasse gestohlen, Rudi eine Pistole aus einem Waffen- geschäft. Als er damit den Pfarrer bedroht, dankt ihm Bley dafür, daß er ihn berührt hat. Pfarrer Bley und Rudi schießen in die Luft, als der Bus, mit dem Teufel am Steuer, vorfährt.
Franz André Müller, Besitzer einer Werbeagentur, gibt eine Identitätsparty. Unter den Partygästen finden sich unter anderen der Waffenhändler Walter Leschitzky in der Gestalt des Teufels sowie seine Tochter Evelyne. Rudi bedient die Partygäste.
Er setzt, eine brutale Filmszene nachspielend, eine Pistole an Evelynes Schläfe. Damit beeindruckt er nicht nur den Teufel, sondern auch Evelyne, die mittels der Bedro- hung durch Rudi das Leben spürt. Noch einmal will sie diese Erschütterung empfin- den und fährt spielerisch mit der Pistole über ihren Körper. Da löst sich ein Schuß.
Text zur Verfügung gestellt: Opernhaus Graz GmbH

Links: http://www.buehnen-graz.com/
http://www.durand-salabert-eschig.com/

Mit freundlicher Unterstützung: Opernhaus Graz GmbH, Christoph Becher, Petra Ernst, Bernd Krispin

Foto: © Opernhaus Graz GmbH/Peter Manninger

Agleia Federweiß

Kleine Oper von Gerd Kühr, Libretto von Petra Ernst (2000/01)
Auftragswerk des Jugendmusikfests Deutschlandsberg


Besetzung: Agleia Federweiß (eine Gans) –Mezzo oder Sopran, Vier Gänse –mittlere Stimmlage, Gänserich –rhythmisierter Sprechgesang, Vier Kaninchen –rhythmisierter Sprechgesang, Julian Knobelbein (ein Junge) –mittlere Stimmlage, Gabi Knobelbein (seine Schwester) -mittlere Stimmlage, Flo –mittlere Stimmlage, Janine –mittlere Stimmlage, Micha –mittlere Stimmlage, Kevin Maierhofer –mittlere Stimmlage, Jasmin –mittlere Stimmlage; Schüler, Gänsechor, Kaninchen –Rap-Sprechchor, Schweineband –jugend-liche Rockband, Chor der Kinder, Chor der Tiere; diverse Sprechstimmen von Erwachsenen  (Einspielungen über Lautsprecher)

Orcheserbesetzung: 1(auch Picc) -1-1-1 /1-1-1-0 /Schlagzeug (2 Spieler) /Klavier (Flügel) /Streicher

Schlagzeugbesetzung im Detail: I - 4 Tempelblöcke, 4 Tom-Toms, großeTrommel [ad lib. mit Fußmaschine], 1 kleines hängendes Becken [oder Hi-hat], Schellen-trommel, Röhrenglocken - es´, a´, es´´, 2 Autohupen, 2 Flexatone, Ratsche, Donnerblech, kleine Trommel [von Schlz. II]; II - 4 Holzblöcke, 4 Bongos, kleine Trommel, 4 hängende Becken, 2 Triangel, Guiro, Flexaton, Trillerpfeife, Donnerblech, mechanisches Metronom)

Verlag: Eigenverlag

Uraufführung: 24.10.2001, Deutschlandsberg, 18. Jugendmusikfest Deutschlandsberg im Rahmen des Festivals „steirischer herbst“
Agleia Federweiß: Anna Maria Pammer/Therese Gassner, Julian Knobelbein: Julian Kumpusch/Sebastian Rietz, Gabi Knobelbein: Margot Oitzinger, Gänserich: Matthias Maier/ Maximilian Zäh, Flo: Maximilian Zäh/Christoph Neuhold, Janine: Magdalena Moser/ Maria Michl, Micha: David Zwetti/Martin Michl, Kevin Maierhofer: Matthias Maier/ Thomas Kraushofer, Jasmin: Maria Kortschak; die Schweineband (B. Buchinger, St. Hasewend, Th. Mörth, E. Ruhdorfer, R. Schmidt). Regie und Bühnenbild: Hans Hoffer, Kostüme: Clarisse Praun-Maylunas, Video: Michael Rusam, Licht: Peter Michelitsch. Orchester und Kinderchor des Jugendmusikfests Deutschlandsberg, Dirigent: Michael Brandstätter

Zur Oper: Erzählt wird die Geschichte der Gans Agleia Federweiß. Agleia fühlt sich anders als die an- deren Gänse auf ihrem Bauernhof. Sie will die Welt kennenlernen und so träumt sie sich an einen fernen Ort – nach Wien. Sie erfährt die Großstadt aus ihrer „gänslichen“ Perspektive und erlebt, begleitet von ihren neuen Freunden Gabi und Julian Knobelbein, kleine Aben- teuer. Als Agleia aus ihrem Traum erwacht, sieht sie alles mit anderen Augen.

Links: http://www.steirischerherbst.at
http://www.kultur.steiermark.at/cms/beitrag/10126468/2365464/

Mit freundlicher Unterstützung: steirischer herbst, Jugendmusikfest Deutschlandsberg, Petra Ernst

Foto: © Jugendmusikfest Deutschlandsberg

Filmmusik

Musik zur Proust-Verfilmung "Eine Liebe von Swann"
von Volker Schlöndorff (1983)
Zusammen mit Hans Werner Henze, David Graham und Marcel Wengler
Details

Stallerhof

Oper von Gerd Kühr, Libretto von Franz Xaver Kroetz nach seinem gleichnamigen Theaterstück (1986/87)
Auftragswerk der Landeshauptstadt München zur 1. Münchener Biennale 1988

Besetzung: Staller -Charaktertenor, Stallerin -Mezzosopran, Beppi -Sopran, Sepp -Bariton, Frauenterzett -2 Soprani, Mezzosopran (auch 3 Lotosflöten, bei Bedarf aus dem Orchester zu besetzen)

Orcheserbesetzung: 1(auch Altfl u Picc) -1(auch E.H.) -3(2. auch Bassetthorn, 3. auch Bassklar) -1(auch Kfg) /1-1-1-0 /Schlagwerk(2 Spieler) /Harfe /Hackbrett /Streichquintett (solistisch oder chorisch zu besetzen)

Schlagzeugbesetzung im Detail: Guiro, Peitsche, Rassel, Schellen, Sistrum, Flexaton, 5 Holzblocks, 5 Tempelblocks, 5 Bongos, 4 Tom-Toms, 1 große Conga, Schellentrommel, kleine Trommel, Rührtrommel, große Trommel, 3 Pauken, 1 chinesisches Becken, 4 Becken, 2 Tamtams [mittel-groß], Almglocken, Glockenspiel, Röhrenglocken, 1 großer Waldteufel, Donnerblech)

Verlag: Franz Xaver Kroetz Dramatik, Kirchberg, München (vertreten durch Henschel Schauspiel, Berlin)

Uraufführung: 03.06.1988, München, 1. Münchener Biennale (Co-Produktion mit dem Hessischen Staats- theater Wiesbaden).
Staller: Hubert Delamboye, Stallerin: Dorothe Kimmich, Beppi: Raphaela Weil, Sepp: Georg Paucker; Frauenterzett: Jeanice Harper, Maria Karb-Bienefeld, Corinna Meyer-Esche. Inszenierung: Jaroslav Chundela, Ausstattung: Johannes Leiacker. Ensemble Modern, Dirigent: Ulf Schirmer

Gerd Kühr über die Entstehung: Ein dreiviertel Jahr lang hatte ich mich schon theoretisch mit dem „Stallerhof“ beschäftigt, bevor ich die erste Note aufschrieb. Ich habe zunächst nur Farben, Ideen gesammelt und sie mir in Worten aufgeschrieben und nicht in Noten. Dem ganzen Stück habe ich dann einen genauen Plan zugrunde gelegt. Während dieser Vorarbeiten bin ich, ob zufällig oder nicht, auf ein Zitat von Verdi gestoßen, das genau den Punkt betraf, auf den es mir ankam: „Wenn man die Wirklichkeit nachbildet, kann etwas recht Gutes herauskommen. Aber Wirklichkeit zu erfinden ist besser, weit besser.“
Aufgezeichnet von Michael Kerstan nach einem Gespräch mit dem Komponisten. In: Neues Musiktheater. Almanach zur 1. Münchener Biennale, hg. von H. W. Henze. Carl Hanser Verlag, München 1988.

Zur Oper: Das Leben des kleinen Mannes als absolut erschütternd empfindend entfaltet Kroetz anhand seiner Milieu-Erkenntnisse die Hauptfigur des Dramas: Beppi. Stallerhof erzählt vom Leben der vermeintlich zurückgebliebenen Bauerntochter, zeigt die ihr anerzogene Geistesschwäche und ihr Erwachen aus der Sprachlosigkeit und Unselbstständigkeit. Ihre Eltern leiden sehr an ihrer eigenen Unfähigkeit, selbstbestimmt zu leben und daran, dies zu ändern. Sie handeln und verhalten sich ständig unangemessen zu ihrer Situation, “weil sie sich in hilfloser Verzweiflung gegenüber den Mechanismen der Gesellschaft nur durch Akte der narzisstischen Selbstverstümmelung zur Wehr setzen können.“ (Gerd Müller)
Auszug aus dem Programmheft Universität Hamburg: Eine Produktion des hochschul- übergreifenden Studiengangs Musiktheater-Regie am itmf (Institut für Theater, Musik- theater und Film) Universität Hamburg, Hochschule für Musik und Theater Hamburg http://mtr.hfmt-hamburg.de/jfvorstellungen/phefte/PHstallerhof.pdf

Link: http://www.henschel-schauspiel.de 

Mit freundlicher Unterstützung: Luzerner Theater – Adrian Balmer, HFTM-Hamburg – Peter Krause

Foto 1 und 2: © Wil van Iersel, Foto 3: © Tim Kellner

Vokalwerke

Vier Lieder nach Gedichten von Miller Williams (1978)
für Bariton, Flöte, Oboe, Klarinette und Klavier
Besetzung und Details

Vier Gedichte von Rose Ausländer (1981)
für gemischten Chor
Besetzung und Details

Walt Whitman for President (1984)
Music on three poems by W. Whitman for soprano and seven players
Besetzung und Details

Wortlos (1990)
Reminiszenz an Stallerhof für gemischten Chor a cappella
Besetzung und Details

L’Infinito del Sogno (1993)
für gemischten Chor nach Gedichten von Giacomo Leopardi und Algernon Charles Swinburne
(Auftragswerk des Arnold-Schoenberg-Chores)
Besetzung und Details

Idea 94 (1994)
musikalische Szenen für Sopran, Violoncello und Klavier auf Sonette von Shakespeare, Spenser,
Swinburne und Drayton und auf Texte von Lichtenberg
(Auftragswerk des ORF / 3sat)
Besetzung und Details

Scala quasi unisona (1997)
Chorstück für mindestens zwei SängerInnen oder besser mehr
Besetzung und Details

De Loin (1998/99)
Hommage à Perotinus Magnus für Vokalquartett und Ensemble
(Auftragswerk von ORF/EBU für den 1. Januar 2000)
Besetzung und Details

Kein Herbstgedicht (2003)
Lied für Bariton und Klavier auf das gleichnamige Gedicht von
Hans-Ulrich Treichel
(Auftragswerk des Festivals A·DEvantgarde München)
Besetzung und Details

Three Shakespeare Sonnets (2003)
für gemischten Chor a cappella
(Komponiert für die Styriarte 2003und den Arnold Schoenberg Chor)
Besetzung und Details

When I grow up (2003/04)
for Children´s Choir and Brass Quintet (Words: Petra Ernst)
(Auftragswerk des Internationalen Kinderchorfestivals Halle/Saale)
Besetzung und Details

O Camerado Close! (2006)
für Vokalquartett (auf ein Gedicht von Walt Whitman)
(Auftragswerk des Ensembles schnittpunktvokal)
Besetzung und Details

An die Musik (2006)
für gemischten (Jugend-)Chor auf ein Gedicht von Rainer Maria Rilke
(Auftragswerk des Steirischen Sängerbunds)
Besetzung und Details

Kroküsse (2006/07)
für Männerstimme und Instrumentalensemble auf ein Gedicht von
Lothar Knessl
Besetzung und Details

Still, still! (2008)
für Oberstimmenchor – Text: Petra Ernst (sehr frei nach Franz Pocci)
(Auftragswerke des Steirischen Sängerbunds)
Besetzung und Details

An die Musik nach einem Gedicht von Detlev von Liliencron (2009)
für gemischten Chor (Auftragswerk des Steirischen Sängerbunds)
Besetzung und Details